AIDS - die Seuche Südafrikas

In der breiten Masse der Bevölkerung ist AIDS mit seinen Auswirkungen noch lange nicht ins Bewusstsein getreten, man spricht wenig über AIDS. Erkrankte werden als „sehr krank" oder ausweichend mit anderen Krankheiten beschrieben. Die Informationen werden kaum aufgenommen oder nicht befolgt, zumindest nicht von dem Gros der Bevölkerung: Die Menschen haben Angst vor Gerede und vor Ausgrenzung.

Hilfe wird - oft sehr spät - in Krankenhäusern und den Gesundheitsstationen gesucht und, wenn auch nicht im ausreichenden Maß, geboten - es fehlen die Geldmittel; nicht jede ländliche Krankenstation verfügt immer über das Mittel, das Säuglinge bei der Geburt vor der Infektion durch die kranke Mutter schützt. Und ein Neugeborenes bekommt es nur dann, wenn seine Mutter sich rechtzeitig während der Schwangerschaft um Test und Betreuung gekümmert hat.

Die Kirche nimmt den Kampf auf

Schon recht früh, etwa ab 2001, wurde „AIDS/HIV-positiv“ im Kirchenkreis Shiyane thematisiert und nicht verschwiegen. Jugendliche der verschiedenen Kirchengemeinden wurden zu zentralen „workshops“ eingeladen und umfassend über AIDS informiert (Infektionswege, möglicher Schutz etc.), aber auch über die Auswirkungen auf das kirchliche und soziale Leben und über das Verhalten gegenüber Infizierten. Personen, die die häusliche Pflege freiwillig und möglichst ehrenamtlich übernehmen wollten und konnten, wurden für diese Aufgabe geschult.

Steigende Zahl von Waisen

Was auf KwaZulu-Natal noch zukommt, ist die Versorgung der Waisen. Die Kranken sterben „wie die Fliegen" (Martin Zondi) und hinterlassen - oft kranke - Kinder.

Nicht alle Kinder haben Verwandte, die sie aufnehmen. Es gibt bereits „Kinderfamilien“; ältere Geschwister, Jugendliche, übernehmen mit Unterstützung der Nachbarn die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Einige Kinder haben einen Platz in einem Waisenhaus gefunden, wo sie mit dem Allernötigsten versorgt werden – für mehr reicht die staatliche Unterstützung nicht aus. Deshalb betreut Anele Mntambo, eine junge Sozialarbeiterin, ehrenamtlich mit zwei weiteren Frauen und einem Mann etwa 60 Kinder; sie besorgt spezielle Nahrung zur Stärkung der Abwehrkräfte und teilweise auch Medikamente, z. B. bei Erkältungen. Mrs. Mntambo würde gerne die Betreuung erweitern:

  • psychologische Hilfe für Kinder, die auf Grund ihrer Erlebnisse starke Verhaltensstörungen zeigen
  • Muttermilch-Ersatz für Babys, deren Mütter verstarben
  • Verteilen von Bibeln

Diese Maßnahmen sind kostspielig und ohne finanzielle Hilfe der deutschen Partner nicht durchzuführen.