07.12.2017  

Ökumenische Gäste beim Kirchenkreistag

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In Einheit verschieden-

Kirchenkreistag informiert sich über Ökumene vor Ort

In seiner letzten Sitzung hat das Parlament des Kirchenkreises Verden, der Kirchenkreistag, sich im frisch renovierten Laurentiushaus in Achim getroffen. Das Hauptthema war die Ökumene, das Miteinander der verschiedenen christlichen Konfessionen im Gebiet des Kirchenkreises.Gäste aus mehreren Gemeinden waren eingeladen, um von ihren Erfahrungen zu berichten.

Den Einstieg ins Thema gab der Ökumenebeauftragte der Landeskirche, Pastor Woldemar Flake aus Hannover. „Ökumene könnte man unter einem Satz zusammenfassen,“ so Flake, „we are one, but not the same. Übersetzt also: wir sind eins, aber wir sind nicht gleich.“ Die Vielfalt und die Verschiedenheit der Kirchen und ihrer Traditionen, so führte der Referent weiter aus, sollte nicht als Ausdruck der Uneinigkeit angesehen werden. Vielmehr gibt es so etwas wie eine „versöhnte Verschiedenheit“. Besonders vor Ort gibt es oft gute und intensive Zusammenarbeit von Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen.  

Die größte lutherische Kirche weltweit ist erstaunlicherweise die Mekane-Jesus-Kirche in Äthiopien, danach folgt Schweden, und bereits auf Platz drei steht schon die Landeskirche Hannovers, die innerhalb Deutschlands die größte Landeskirche ist. Flake berichtete über gemeinsame Projekte und Organisationen weltweit. Besonders im Hinblick auf die Zukunft von Kirche hin gibt es ökumenische Projekte, die neue Gemeindeformen entwickeln und ausprobieren.

Im Anschluss kamen die Gäste zu Wort. Von der Selbständig evangelisch lutherischen Kirche (SELK) in Verden, der Zionsgemeinde, berichtete Pastor Carsten Voß über das sehr andere Gemeindeleben, das in seiner Gemeindearbeit immer den Gottesdienst im Zentrum sieht. Anders als in der Landeskirche gehören hier nur etwa 300 Gläubige zum Bereich eines Pastors. Starke Beteiligung der Gemeindeglieder, besonders auch finanziell, und eine hohe Verbindlichkeit prägen das Miteinander. „Wir arbeiten in Verden punktuell sehr gut mit den anderen Gemeinden zusammen,“ so Voss, „die Lange Nacht der Kirchen und der jährliche Pfingstmontag im Dom sind nur ein kleiner Teil der gemeinsamen Aktivitäten.“

Für die römisch- katholische Kirche waren Vertreter aus Achim und aus Verden gekommen. Aus Verden berichtete das Ehepaar Walther, dass in den letzten Jahren die Ehrenamtlichen sehr viel mehr gefordert sind als früher. „Es gibt weniger Pfarrer, also mehr Aufgaben für Laien,“ so Eberhard Walther. Für die Achimer Matthias-Gemeinde war Ulrich Napp da. Sowohl aus Verden als auch aus Achim konnte über viele Jahre eine Tradition der Zusammenarbeit mit den evangelischen Gemeinden berichtet werden. „Die jungen Christen sehen die Unterschiede sowieso nicht mehr so stark,“ meint Ulrich Napp.

Ein besonderer Gast kam von der antiochenisch-orthodoxen Kirche. Die St. Ignatius-Gemeinde hat von der evangelischen St. Laurentius Gemeinde das frühere Gemeindezentrum Nord übernommen und dort jetzt ein eigenes Kirchengebäude. Auf eine solche Selbständigkeit hat die Gemeinde über viele Jahre gehofft, seit sie sich in der 1980er Jahren in Achim gegründet hat und bisher in anderen Gemeindehäusern zu Gast war. Für beide Gemeinden war deshalb die Übernahme des Gemeindezentrums eine gute Lösung. Als ökumenische Tradition gibt es den gemeinsamen Pfingstgottesdienst in Achim.

Fazit des Abends war, dass für den Bereich des Kirchenkreises trotz unterschiedlich gelebter Frömmigkeit von einer über Jahrzehnte gewachsenen guten Nachbarschaft und vielen gemeinsamen Aktivitäten zwischen den Konfessionen gesprochen werden.

 

Bild:

 

von links: Eberhard und Barbara Walther, kath. Gemeinde St. Josef Verden, Pastor Carsten Voß, SELK Verden, Hans Papasoglou, St. Ignatius Gemeinde Achim, Ulrich Napp, kath. St. Matthias Gemeinde Achim, Pastor Dennis Oswich, Vorstand des KKT, PastorWoldemar Flake, Ökumene-Beauftragter der Landeskirche Hannovers