Seelsorge im Notfall

Notfallseelsorge – das ist erste Hilfe für die Seele – ohne Unterschied für alle! Wir bringen die Zeit mit, Menschen beizustehen.

Notfälle verändern das Leben von einem Moment zum anderen. Der Tod eines nahestehenden Menschen, ein schwerer Unfall, ein Verbrechen, das Erleben eines Unglückes bringen das Leben durcheinander. Und oft genug können vertraute Men- schen nicht sofort hilfreich zur Seite stehen. Dann ist es gut, einen anderen Men- schen in seiner Nähe zu haben, jemanden, der zuhört, der die erste schwere Zeit begleitet. Und der auch helfen kann, notwendige Schritte der Weiterversorgung einzuleiten und mitzugehen.

Notfallseelsorge im Landkreis Verden

Spätestens seit dem grausamen ICE-Unfall von Eschede im Jahr 1998 ist vielen die Begrifflichkeit der Notfallseelsorge vertraut.

Hilfe für Menschen in Krisensituationen, in Notfällen, in Momenten extremer seelischer Belastung – oder aus der Sicht des Rettungswesens formuliert: „die nicht-technische Hilfeleistung in der Rettungskette“. Auch im Kirchenkreis Verden gibt es eine organisierte Notfallseelsorge.

In Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden und der SELK Selbstständig Ev.-luth. Kirche) hat sich zum 1.12.1999 die „Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge für den Landkreis Verden“ gebildet, die seit dieser Zeit fester Bestandteil im Rettungswesen des Landkreises ist.

Notfallseelsorge fragt nicht nach Konfession

Notfallseelsorge wendet sich in ökumenischer Weite und Offenheit an primär Geschädigte, andere Betroffene und an Einsatzkräfte. Die Organisationsform einer ständigen Rufbereitschaft sorgt dafür, dass damit seelsorgerliche Begleitung für alle Einsatzfälle rund um die Uhr gesichert ist.

Seelsorge im Rettungswesen hat wenig mit dem zu tun, was man diesbezüglich durch Medienberichte vor Augen hat. Dennoch schwingt natürlich bei allen daran Beteiligten auch immer die Sorge mit, es könne zu Einsätzen der Größenordnung "Eschede" kommen.

Doch die Realität vor Ort ist glücklicherweise eine andere. Der größte Prozentteil dessen, was Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger leisten, liegt im fast alltäglichen Bereich der Seelsorge, die auch in der Gemeinde vorkommt. Der Unterschied: Notfallseelsorge fragt nicht nach Gemeindezuständigkeit und Konfession. Wenn sie angefordert wird, kommt sie zu den Betroffenen.

Konkrete Tätigkeiten der Notfallseelsorge können sein:

  • Begleitung von unverletzten Beteiligten
  • Begleitung des Unfallverursachers
  • Begleitung von Verletzten während der Rettung und in Wartezeiten
  • Begleitung von Angehörigen, die am Einsatzort sind oder dahin kommen
  • Fürsorge für erschöpfte Einsatzkräfte
  • Begleitung der Angehörigen nach einem Suizid
  • Überbringung von Todesnachrichten gemeinsam mit der Polizei und Beistand für
  • die Hinterbliebenen, wenn die Polizei das Haus verlässt.
  • Begleitung der Hinterbliebenen nach erfolgloser Reanimation
  • Begleitung der Angehörigen beim Tod von Kindern und beim plötzlichen Säuglingstod
  • Gespräche mit Rettungskräften nach Einsätzen


Häufiger als vermutet, sind auch die Helfer von Notfällen betroffen. Sie können Bilder von Unglücken und Unfällen nicht vergessen, werden an Vergangenes erinnert und erleben eine Situation als besonders belastend. Gespräche am Einsatzort oder auch später können die Nachwirkungen solcher Extremsituationen mindern. In solchen Momenten können die Pastorinnen, Pastoren und Diakone der Notfallseelsorge den Betroffenen zur Seite stehen. Sie alle stehen unter Schweigepflicht und tun ihren Dienst unabhängig von Glauben, Nationalität und Kirchenzugehörigkeit der Betroffenen. Der Einsatz ist kostenfrei.

Die Einsatzkräfte der Polizei und der Rettungsdienste können rund um die Uhr die Bereitschaft der Seelsorgerinnen und Seelsorger in Anspruch nehmen oder für andere anfordern. Über eine Notrufnummer, die in den jeweiligen Leitstellen der Polizei (110) oder des Rettungsdienstes (112) vorliegt, kann Hilfe herbeigerufen werden.

Allgemeine Informationen über die Arbeit bei:

Pastor Dietrich Hoffmann (St.Laurentius-Gemeinde, Achim)